KNX hat sich verändert. Der Planungsprozess nicht.
Ich arbeite seit meiner Ausbildung mit KNX. Das System ist gewachsen. Was sich nicht verändert hat, hat mich dazu gebracht, venfree zu bauen.

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Als ich meine Ausbildung als Elektroniker für Energie- und Gebäudetechnik machte, war KNX bereits ein ernsthaftes Thema. Nicht überall, aber wer in der Gebäudeautomation arbeitete, kam daran nicht vorbei. Mehr als 130 Hersteller boten damals KNX-Produkte an, rund 6.000 Produktgruppen, verteilt auf 11.700 zertifizierte Partner in 78 Ländern.
Für ein Protokoll, das aus einer Fusion europäischer Bussysteme entstanden war, war das beeindruckend.
Die erste echte Begegnung
Richtig kennengelernt habe ich KNX dann bei Zennio Deutschland, wo ich im hybriden technischen Vertrieb tätig war. Nicht mehr als Randthema in der Ausbildung, sondern täglich, ernsthaft, mit echten Projekten: auf der einen Seite Systemintegratoren und Elektriker, auf der anderen die Technik dahinter.
Ich habe zum ersten Mal intensiv mit der ETS gearbeitet. Und ich erinnere mich genau, was ich dachte, als ich die Oberfläche das erste Mal gesehen habe: Das kann nicht der Stand der Dinge sein. Das sieht aus wie Software aus einer anderen Zeit.
Zwei Fragen haben mich damals nicht losgelassen. Erste Frage: Warum ist das nicht per Drag-and-Drop? Man beschreibt doch, was in einem Raum passieren soll, nicht wie ein Mikroprozessor seine Register verwaltet. Zweite Frage: Warum muss ich alles physisch verkabeln, um es zu bespielen? Der Bus ist da. Die IP-Verbindung ist da. Trotzdem: Laptop, USB-Interface, Kabel, Gerät für Gerät.
Ich habe die Fragen gestellt. Die Antwort war meistens: So funktioniert KNX nun mal.
Wo KNX heute steht
Gut anderthalb Jahrzehnte später ist KNX der führende Standard für Gebäudeautomation in Europa. In Deutschland hält das Protokoll 56 Prozent des Smart-Home-Markts. Mehr als 500 Hersteller bieten zertifizierte Produkte an. Das Marktvolumen in Deutschland liegt 2025 bei rund 3,3 Milliarden Euro.
Das System hat sich entwickelt. Neue Geräte, neue Funktionen, KNX Secure, KNX IoT.
Was sich nicht verändert hat
Der Weg von der Idee zur Bestellung.
Als ich in der Ausbildung war, lief das so: Kundenwunsch aufnehmen, Raumfunktionen festhalten, dann in ETS übersetzen. Gruppenadressenstruktur aufbauen, Linien definieren, Aktoren parametrieren, Stückliste manuell zusammenstellen, Preise beim Großhändler anfragen, Bestellung per Telefon oder Portal.
Heute, 2026, läuft das genauso.
KNX hat in dieser Zeit Milliarden in Infrastruktur, Zertifizierung und neue Funktionen investiert. Der Schritt zwischen Kundengespräch und Bestellliste ist noch immer vollständig manuell. Nicht weil niemand das gesehen hat. Sondern weil das Werkzeug für diesen Schritt nie gebaut wurde.
Das ist der Grund, warum ich venfree gebaut habe.
Nicht um KNX zu ersetzen. Sondern um den Teil zu bauen, der fehlt.
In dieser Serie schreibe ich darüber, was dieser fehlende Teil konkret bedeutet, warum er so lange gefehlt hat, und was sich ändert, wenn er da ist.
Teil zwei erscheint in Kürze. Wer jetzt schon testen möchte: venfree.de.
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