Was ein Aktor tut und was ihn vom Sensor trennt
Die Rollenverteilung in KNX ist einfach: Der Sensor sendet, der Aktor empfängt und handelt. Ein Taster schickt ein Telegramm auf die Leitung, jeder Aktor, der auf dieselbe Gruppenadresse hört, wertet es aus und schaltet sein Relais. Zwischen beiden steht kein Rechner, keine Zentrale und keine Software, die vermittelt.
Deshalb kennt ein Aktor auch nicht den Taster, der ihn bedient. Er kennt nur die Gruppenadresse. Vier Taster in vier Räumen können dieselbe Leuchte schalten, ohne dass am Aktor etwas geändert wird, und ein Taster kann acht Aktoren gleichzeitig ansprechen.
Sauber ist die Trennung trotzdem nicht immer. Ein Schaltaktor mit Rückmeldeobjekt sendet selbst, sobald sein Ausgang schaltet, und ist in diesem Moment Sender. Die Begriffe beschreiben also die Aufgabe eines Kommunikationsobjekts, nicht die Gattung des Geräts.
Warum Aktoren in den Verteiler gehören
Ein Aktor schaltet Last, und Last kommt aus dem Verteiler. Deshalb ist die Reiheneinbauform auf der Hutschiene der Normalfall: kurze Wege zum Leitungsschutzschalter, Platz für Klemmen, und die Netzspannung liegt ohnehin an. Der Bus kommt als zweiadrige Leitung dazu.
Daraus folgt eine Planungsregel, die viele erst auf der Baustelle merken: **Jeder geschaltete Kreis braucht eine eigene Ader bis in den Verteiler.** Eine klassische Wechselschaltung mit Korrespondierenden gibt es in KNX nicht: Statt zweier Adern zwischen den Schaltern läuft jeder Kreis einzeln bis zum Aktor, und die Verknüpfung entsteht erst in der ETS.
Es gibt Ausnahmen. Unterputz-Aktoren sitzen hinter dem Taster oder in der Dose der Leuchte und sind der Weg für Nachrüstungen, bei denen keine neue Leitung mehr in den Verteiler geht. Sie kosten je Kanal mehr und sind schwerer erreichbar, wenn etwas ausfällt.
Kanäle: wie viele, und warum mehr meistens billiger ist
Aktoren werden nach Kanälen verkauft, also nach der Zahl der Kreise, die ein Gerät schalten kann. Üblich sind 2, 4, 8, 12 und 16. Der Preis je Kanal fällt mit der Kanalzahl, weil Gehäuse, Busankoppler und Elektronik nur einmal bezahlt werden.
Der Fehler beim Planen ist fast immer derselbe: exakt so viele Kanäle einbauen, wie am ersten Tag gebraucht werden. Wer später einen Kreis ergänzen will, kauft dann ein zweites Gerät, braucht Platz im Verteiler und hat zwei Geräte zu pflegen statt eines. Reserve auf der Hutschiene ist billiger als ein zweiter Aktor.
Die gängigen Aktortypen
Der Schaltaktor ist der Grundfall, ein Relais je Kanal, an oder aus. Der Dimmaktor stellt einen Helligkeitswert und braucht dafür ein Leuchtmittel, das mit seinem Dimmverfahren zusammenpasst. Der Jalousieaktor fährt und positioniert, meist mit zwei Relais je Kanal und einer Verriegelung, die Auf und Ab nie gleichzeitig zulässt.
Für Heizung und Kühlung gibt es Aktoren mit elektronischen Ausgängen, die Stellantriebe über eine Pulsweite ansteuern statt sie hart zu schalten. Dazu kommen Sonderformen wie RGB-Dimmer, Lüftungsregler und Aktoren mit integrierter Energiemessung, die ihren eigenen Verbrauch je Kanal auf den Bus melden.
Auf einen Blick
- Der Aktor empfängt und handelt, der Sensor sendet
- Er kennt nur die Gruppenadresse, nie den Taster
- Reiheneinbau im Verteiler ist der Normalfall, Unterputz die Ausnahme
- Jeder geschaltete Kreis braucht eine eigene Ader bis in den Verteiler
- Der Preis je Kanal fällt mit der Kanalzahl, Reserve ist billiger als ein zweites Gerät