Busspannung: Messung und Richtwerte
Die Busspannung sollte im Leerlauf 29–31 V DC (Nennspannung 30 V) betragen und unter Last (viele aktive Teilnehmer) nicht unter 21 V fallen. Messen mit einem DC-Multimeter direkt an den roten/schwarzen Klemmen eines beliebigen Geräts im Segment.
Spannung unter 21 V deutet auf ein überlastetes Netzteil oder einen Kurzschluss hin. Spannung über 32 V kann Geräte beschädigen. Spannung 0 V: Netzteil ausgefallen, Sicherung geprüft?
Jedes Liniensegment braucht ein eigenes Netzteil (max. 64 Teilnehmer, max. 1.000 m Kabellänge je Linie). Mehrere Netzteile auf demselben Segment sind möglich, aber nur mit Drossel (Choke) zur Entkopplung, andernfalls Kurzschluss der Netzteile.
ETS Bus-Monitor: Telegramm-Analyse und häufige Fehler
Der ETS-Bus-Monitor zeigt alle Telegramme in Echtzeit: Quelladresse, Gruppenadresse, DPT-Wert, Telegrammart (Write/Read/Response) und Zeitstempel. Filterbar nach Gruppenadresse oder Geräteadresse. Für die Diagnose: 5 Minuten mitschneiden, dann nach unerwarteten Quellen oder Flut-Telegrammen (>1 pro Sekunde auf einer GA) suchen.
Häufige Fehlerbilder: Gerät antwortet nicht auf Schalten (KO-Flag falsch? GA nicht verbunden? Gerät nicht programmiert?). Gerät schaltet ohne Benutzerinteraktion (fremdes KO schreibt auf GA, Adresskollision). Bus blockiert, kein Telegramm kommt durch (Kurzschluss auf Leitung).
Schlechte Installationen zeigen sich als Busrauschen: viele Telegramme mit falschen CRCs oder Kollisionen (ETS meldet "Kein ACK" oder "Fehler beim Senden"). Ursachen: zu dünne Ader, zu langer Stub (>1 m Stichleitungsabzweig), fehlende Abschlusswiderstände bei langen Linien.
Systematische Fehlersuche in 5 Schritten
1. Busspannung messen (21–31 V?). 2. ETS Bus-Monitor öffnen, 5 Min. mitschneiden. 3. Auffällige Telegramme filtern (Flut, falsche Quellen, kein ACK). 4. Verdächtiges Gerät identifizieren, Verbindung zum Bus kappen, Spannung erneut messen. 5. Gerät einzeln an Testaufbau anschließen und programmieren.
Für schwer lokalisierbare Leitungsunterbrechungen: Widerstandsmessung zwischen den Busadern (bei abgeklemmtem Netzteil). Eine intakte Linie hat typisch 50–200 Ω (je nach Anzahl der parallel liegenden Geräte-Eingänge). Sehr hoher Wert = Unterbrechung; sehr niedriger Wert = Kurzschluss.
Auf einen Blick
- Busspannung: 29–31 V Leerlauf, min. 21 V unter Last
- ETS Bus-Monitor: Echtzeit-Telegramm-Analyse mit Filter
- Kurzschluss: Spannung fällt auf 0 V oder Netzteil überlastet
- Stub-Leitungen: max. 1 m Stichleitungsabzweig
- Mehrere Netzteile auf einem Segment: nur mit Drossel