Wie KNX-Energiemessung funktioniert
KNX-Energiezähler sitzen im Verteiler und messen Strom, Spannung, Wirkleistung (Watt) und kumulierten Verbrauch (kWh). Die Messwerte werden über Kommunikationsobjekte (KOs) als KNX-Telegramme auf den Bus gesendet und können von jedem Gerät im Netzwerk empfangen werden.
Für Wirkleistung wird DPT 9.024 (2-Byte-Float, Einheit W) verwendet, für Energiemengen DPT 13.010 (4-Byte-Vorzeichen-Integer, Einheit Wh) oder DPT 14.056 (4-Byte-Float, kWh). Die Wahl hängt vom Gerätehersteller ab, im ETS-Produktkatalog steht der genaue DPT je KO.
Messintervalle sind gerätespezifisch: viele Zähler senden auf Änderung (bei Differenz > n %) und zusätzlich zyklisch (z. B. alle 60 Sekunden). Kürzere Zyklen belasten den Bus unnötig; 30–60 Sekunden sind in der Praxis üblich.
Einsatzszenarien und Visualisierung
Typische Einsatzszenarien sind Einzelkreis-Messung (Wärmepumpe, Ladestation, Klimaanlage) sowie Gebäude-Gesamtverbrauch für Einspeise- und Bezugszählung. Bei Photovoltaik-Anlagen lässt sich über einen zweiten Zähler-Kanal die Eigenverbrauchsquote berechnen.
KNX-Visualisierungssysteme (z. B. IP-Visualisierung, Loxone Mirror, grafische Panels) können Energiewerte per Gruppenadresse live anzeigen und historisieren. Alternativ schreiben viele Gebäudeautomations-Server (Home Assistant, KNX-IP-Interfaces) die Werte direkt in Datenbanken für Langzeitauswertung.
venfree zeigt die Energiemessung als Funktion im Planer. Wenn du einen Energiezähler für einen Verbraucher planst, empfiehlt der Solver passende KNX-Messgeräte (z. B. MDT AMS-Serie) automatisch als Ergänzung zu Schalt- oder Dimmaktoren.
Auf einen Blick
- DPT 9.024 (W) für Momentanleistung, DPT 13.010 (Wh) für Verbrauch
- Messintervall: 30–60 Sekunden zyklisch + Änderungstelegrammme
- Einzelkreis-Messung: Wärmepumpe, EV-Ladung, PV-Eigenverbrauch
- Visualisierung: Gruppenadresse direkt in Dashboard-System auswertbar
- KNX-Zähler sitzen im Verteiler, kein Extra-Netzwerk nötig