Energy Harvesting: Wie EnOcean-Geräte Strom gewinnen
EnOcean-Taster nutzen den piezoelektrischen Effekt: ein Tastendruck erzeugt genug Energie für ein Funktelegramm. Temperatursensoren und Raumcontroller zapfen meist Solarenergie über eine Mikrozelle an, bereits diffuses Bürolicht reicht für dauerhaften Betrieb.
Die Sendereichweite im Freifeld beträgt bis zu 300 m (ISO 14543-3). In Gebäuden mit Beton- und Metallkonstruktionen sind 30–50 m pro "Hop" realistisch. Repeater verlängern die Reichweite, erhöhen aber die Latenz um ca. 30 ms pro Stufe.
Das Funktelegramm ist 1-Byte bis 14-Byte kurz und auf 315 MHz (Amerika), 868 MHz (Europa) oder 928 MHz (Japan) gesendet. In Europa gilt 868 MHz als Standard, erlaubt ist ein Duty Cycle von max. 1 %, ausreichend für Schalt- und Statustelegrammme.
EnOcean-KNX-Gateway: Integration und Anwendungsfälle
Das Gateway empfängt EnOcean-Funktelegramme und setzt sie in KNX-Telegramme um. Jeder EnOcean-Sender hat eine eindeutige 32-Bit-ID (EnOcean ID), über die das Gateway ihn erkennt und dem richtigen KNX-KO zuordnet. Die Konfiguration erfolgt per ETS-Plugin oder im Web-Frontend des Gateways.
Typische EnOcean-KNX-Anwendungen: nachrüstbare Wandtaster ohne Kabel und Schachtarbeiten (ideal bei Sanierung), Fenster-/Türkontakte für nachträgliche Alarmsicherung, Temperatursensoren für einzelne Räume ohne Verkabelungsaufwand.
EnOcean-Geräte sind nicht mit KNX-RF kompatibel, das sind zwei separate Funkstandards. KNX-RF nutzt denselben physischen Layer wie KNX-TP, aber mit Funk; EnOcean ist ein eigenständiges Ökosystem, das über ein Gateway in KNX eingebunden wird.
Auf einen Blick
- Keine Batterie, kein Kabel: Energie aus Tastendruck, Licht oder Wärme
- Reichweite 30–50 m in Gebäuden, bis 300 m Freifeld
- 868 MHz in Europa, max. 1 % Duty Cycle
- EnOcean ID: eindeutige 32-Bit-Gerätekennung
- Nicht kompatibel mit KNX-RF, Integration nur über Gateway