Zum Hauptinhalt
Demophase: venfree befindet sich im Aufbau.
venfree/Wiki/KNX Busankoppler (BCU)

KNX Busankoppler (BCU)

Der Busankoppler ist der Teil eines KNX-Geräts, der mit dem Bus spricht. Er sitzt zwischen der zweiadrigen Busleitung und dem eigentlichen Gerät, wandelt Telegramme in Daten und trägt die physikalische Adresse. In modernen Geräten steckt er eingebaut im Gehäuse, als eigenes Bauteil begegnet er einem vor allem bei Unterputz-Bedienelementen.

Zwei Teile, eine Aufgabenteilung

Jedes KNX-Gerät zerfällt funktional in zwei Hälften. Der Busankoppler übernimmt alles, was mit dem Bus zu tun hat: Er hängt an der zweiadrigen Leitung, entnimmt ihr seine Betriebsspannung, empfängt und sendet Telegramme und hält die physikalische Adresse. Das Applikationsmodul macht die eigentliche Arbeit, also schalten, dimmen, messen oder einen Tastendruck aufnehmen.

Diese Teilung ist der Grund, warum ein Hersteller nicht für jede Funktion ein komplettes Gerät neu entwickeln muss. Der Busteil ist überall derselbe, nur der Aufsatz wechselt.

Verbunden sind beide über eine genormte 10-polige Schnittstelle, die Anwenderschnittstelle oder PEI. Sie ist der Grund, warum sich Aufsätze verschiedener Bauformen auf denselben Unterputz-Busankoppler stecken lassen.

Die Adresse sitzt im Koppler, nicht im Aufsatz

Das ist der Punkt, der in der Praxis zählt und den Einführungstexte gern auslassen: **Die physikalische Adresse wird in den Busankoppler geschrieben.** Der Aufsatz trägt sie nicht.

Daraus folgt zweierlei. Ein defekter oder unerwünschter Tastsensor lässt sich abziehen und durch einen anderen ersetzen, ohne dass irgendetwas neu adressiert wird. Und umgekehrt: Wer den Busankoppler tauscht, tauscht die Identität des Geräts und muss ihm die Adresse neu geben, auch wenn der Aufsatz derselbe geblieben ist.

Beim Neuprogrammieren gilt dasselbe. Die Programmiertaste und ihre Leuchtdiode gehören zum Busankoppler, und bei aufgestecktem Aufsatz sind sie oft nicht erreichbar. Das ist kein Defekt, sondern Bauart.

Wo man ihm heute noch als eigenem Gerät begegnet

Der getrennte Busankoppler mit aufsteckbarem Anwendermodul war lange die übliche Bauform und ist es bei Unterputz-Bedienelementen bis heute. Man kauft eine Dose mit Koppler und wählt den Aufsatz getrennt, oft aus dem Schalterprogramm, das ohnehin im Haus verbaut wird.

Bei Reiheneinbaugeräten im Verteiler ist er dagegen fest verbaut. Ein Schaltaktor ist ein Gerät und nicht zwei, die Busklemme sitzt oben, die Programmiertaste an der Front. Wer heute einen Aktor kauft, denkt über den Busankoppler nicht nach, und das ist in Ordnung.

Was beim Mischen verschiedener Hersteller gilt

Die 10-polige Schnittstelle ist genormt, die Kombination aus Koppler und Aufsatz ist es nicht in jedem Fall. Jeder Busankoppler trägt eine eigene Herstellerkennung, und die Produktdatenbank des Aufsatzes erwartet einen passenden Gegenpart.

Für die Planung heißt das: Koppler und Aufsatz eines Herstellers zusammen bestellen und nicht davon ausgehen, dass sich beliebige Teile kombinieren lassen, nur weil der Stecker passt. Ein Stecker, der passt, ist noch keine Freigabe in der ETS.

Auf einen Blick

  • Zwei Teile: Busankoppler am Bus, Applikationsmodul für die Funktion
  • Verbunden über die genormte 10-polige Anwenderschnittstelle (PEI)
  • Die physikalische Adresse sitzt im Koppler, nicht im Aufsatz
  • Aufsatz tauschen kostet keine neue Adresse, Koppler tauschen schon
  • Bei Reiheneinbaugeräten ist er fest verbaut und kein eigenes Thema

Verwandte Artikel

KNX Physische Adresse (Individuelle Adresse)
Jedes KNX-Gerät hat eine individuelle (physische) Adresse im Format X.Y.Z, die seinen Platz in der Topologie angibt. Sie wird einmalig per ETS + Programmiertaste gesetzt und ist für den Download der Gerätekonfiguration notwendig.
KNX Aktor
Ein Aktor ist das KNX-Gerät, das etwas tut: schalten, dimmen, fahren, stellen. Er hört auf Gruppenadressen und führt aus, was ein Sensor gesendet hat. Aktoren sitzen fast immer im Verteiler auf der Hutschiene, weil dort die Last liegt, die sie schalten.
KNX Sensor
Ein Sensor ist das KNX-Gerät, das etwas meldet: einen Tastendruck, eine Temperatur, eine Bewegung, einen offenen Kontakt. Er sendet Telegramme auf eine Gruppenadresse und weiß nicht, wer sie empfängt. Sensoren sitzen dort, wo gemessen oder bedient wird, also in der Fläche und nicht im Verteiler.
KNX Inbetriebnahme
Die KNX-Inbetriebnahme ist der Schritt, bei dem ETS die fertige Konfiguration in die physischen Geräte schreibt. Sie erfordert physischen oder IP-Zugang zum KNX-Bus und ETS Professional.
KNX TP – Twisted Pair
KNX TP ist das am weitesten verbreitete Übertragungsmedium. Ein verdrilltes Adernpaar überträgt gleichzeitig Strom (29 V DC SELV) und Daten (9.600 Baud), alle Geräte einer Linie hängen am selben Kabel.
KNX ETS – die Engineering Tool Software
Die KNX Engineering Tool Software (ETS) ist das einzige offizielle Werkzeug zur Konfiguration und Inbetriebnahme von KNX-Projekten. Entwickelt und gepflegt von der KNX Association, läuft auf Windows.

Projekt mit venfree planen

Von Raumfunktionen zur Gerätestückliste, automatisch, kostenlos, ohne Account.

Jetzt planen