Zwei Teile, eine Aufgabenteilung
Jedes KNX-Gerät zerfällt funktional in zwei Hälften. Der Busankoppler übernimmt alles, was mit dem Bus zu tun hat: Er hängt an der zweiadrigen Leitung, entnimmt ihr seine Betriebsspannung, empfängt und sendet Telegramme und hält die physikalische Adresse. Das Applikationsmodul macht die eigentliche Arbeit, also schalten, dimmen, messen oder einen Tastendruck aufnehmen.
Diese Teilung ist der Grund, warum ein Hersteller nicht für jede Funktion ein komplettes Gerät neu entwickeln muss. Der Busteil ist überall derselbe, nur der Aufsatz wechselt.
Verbunden sind beide über eine genormte 10-polige Schnittstelle, die Anwenderschnittstelle oder PEI. Sie ist der Grund, warum sich Aufsätze verschiedener Bauformen auf denselben Unterputz-Busankoppler stecken lassen.
Die Adresse sitzt im Koppler, nicht im Aufsatz
Das ist der Punkt, der in der Praxis zählt und den Einführungstexte gern auslassen: **Die physikalische Adresse wird in den Busankoppler geschrieben.** Der Aufsatz trägt sie nicht.
Daraus folgt zweierlei. Ein defekter oder unerwünschter Tastsensor lässt sich abziehen und durch einen anderen ersetzen, ohne dass irgendetwas neu adressiert wird. Und umgekehrt: Wer den Busankoppler tauscht, tauscht die Identität des Geräts und muss ihm die Adresse neu geben, auch wenn der Aufsatz derselbe geblieben ist.
Beim Neuprogrammieren gilt dasselbe. Die Programmiertaste und ihre Leuchtdiode gehören zum Busankoppler, und bei aufgestecktem Aufsatz sind sie oft nicht erreichbar. Das ist kein Defekt, sondern Bauart.
Wo man ihm heute noch als eigenem Gerät begegnet
Der getrennte Busankoppler mit aufsteckbarem Anwendermodul war lange die übliche Bauform und ist es bei Unterputz-Bedienelementen bis heute. Man kauft eine Dose mit Koppler und wählt den Aufsatz getrennt, oft aus dem Schalterprogramm, das ohnehin im Haus verbaut wird.
Bei Reiheneinbaugeräten im Verteiler ist er dagegen fest verbaut. Ein Schaltaktor ist ein Gerät und nicht zwei, die Busklemme sitzt oben, die Programmiertaste an der Front. Wer heute einen Aktor kauft, denkt über den Busankoppler nicht nach, und das ist in Ordnung.
Was beim Mischen verschiedener Hersteller gilt
Die 10-polige Schnittstelle ist genormt, die Kombination aus Koppler und Aufsatz ist es nicht in jedem Fall. Jeder Busankoppler trägt eine eigene Herstellerkennung, und die Produktdatenbank des Aufsatzes erwartet einen passenden Gegenpart.
Für die Planung heißt das: Koppler und Aufsatz eines Herstellers zusammen bestellen und nicht davon ausgehen, dass sich beliebige Teile kombinieren lassen, nur weil der Stecker passt. Ein Stecker, der passt, ist noch keine Freigabe in der ETS.
Auf einen Blick
- Zwei Teile: Busankoppler am Bus, Applikationsmodul für die Funktion
- Verbunden über die genormte 10-polige Anwenderschnittstelle (PEI)
- Die physikalische Adresse sitzt im Koppler, nicht im Aufsatz
- Aufsatz tauschen kostet keine neue Adresse, Koppler tauschen schon
- Bei Reiheneinbaugeräten ist er fest verbaut und kein eigenes Thema